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>Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit beim Ferienhausvertrag
| Thema: | Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit beim Ferienhausvertrag |
|---|---|
| Gericht: | BGH 7. Zivilsenat |
| Entscheidungsdatum: | 17.01.1985 |
| Aktenzeichen: | VII ZR 163/84 |
| Dokumenttyp: | Urteil |
| Quelle: | Juris |
| Normen: | § 651a Abs 1 BGB, § 651a Abs 2 BGB, § 651f Abs 2 BGB, § 635 BGB, § 538 BGB, § 242 BGB |
Leitsatz
1. Wird die Bereitstellung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung zu Urlaubszwecken als alleinige Leistung geschuldet, so ist BGB § 651f Abs 2 entsprechend anzuwenden.
Orientierungssatz
(Zitierung; Rechtsnatur des Ferienhausvertrags; Unbeachtlichkeit einer Vermittlerklausel)
1. Aufrechterhaltung BGH, 1980-05-12, VII ZR 158/79, BGHZ 77, 116, 121.
2. Der auf die Bereitstellung eines Ferienhauses gerichtete Vertrag ist kein Reisevertrag im Sinne von BGB § 651a Abs 1. Es bleibt offen, ob er als Mietvertrag oder als Werkvertrag anzusehen ist.
3. Die sich aus den Grundsätzen von Treu und Glauben (BGB § 242) ergebende Unbeachtlichkeit einer Vermittlerklausel auch bei Buchung nur einer Reiseleistung wird nicht dadurch berührt, daß der Gesetzgeber in BGB § 651a Abs 2 eine entsprechende Regelung nur für den Reisevertrag getroffen hat; der Grundsatz des BGB § 651a Abs 2 gilt für die Buchung einer einzelnen Reiseleistung entsprechend (Ergänzung BGH, 1974-10-18, VII ZR 247/72, BGHZ 61, 275, 281).
Fundstellen
WM 1985, 319-321 (Leitsatz 1 und Gründe)
EBE/BGH 1985, 92-94 (Leitsatz 1 und Gründe)
BB 1985, 551-553 (Leitsatz 1 und Gründe)
NJW 1985, 906-607 (Leitsatz 1 und Gründe)
MDR 1985, 569-569 (Leitsatz 1 und Gründe)
DB 1985, 1787-1788 (Leitsatz 1 und Gründe)
JuS 1985, 729-730 (Leitsatz 1 und Gründe)
JZ 1985, 844-847 (Leitsatz 1 und Gründe)
LM Nr 7 zu § 651f BGB (Leitsatz 1 und Gründe)
BGHWarn 1985, Nr 18 (Leitsatz 1 und Gründe)
Verfahrensgang
vorgehend OLG Celle, 6. April 1984, Az: 11 U 110/83
vorgehend LG Hannover, 30. Dezember 1982, Az: 2 O 33/82
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Rechtsprechung
Vergleiche Hessisches Finanzgericht 6. Senat, 28. November 2001, Az: 6 K 5472/99
Vergleiche Finanzgericht Rheinland-Pfalz 4. Senat, 15. Oktober 1998, Az: 4 K 3180/97
im Text Finanzgericht Rheinland-Pfalz 4. Senat, 15. Oktober 1998, Az: 4 K 3352/97
Vergleiche Hessisches Finanzgericht 6. Senat, 21. Juli 1998, Az: 6 K 3093/93
Anschluß Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht 2. Zivilsenat, 7. Juli 1994, Az: 2U 41/93
Abgrenzung OLG München 21. Zivilsenat, 2. Juli 1993, Az: 21 U 1566/93
Abgrenzung LG Ravensburg 4. Zivilkammer, 27. Januar 1993, Az: 4 S 220/92
Anschluß LG Frankfurt 24. Zivilkammer, 9. November 1992, Az: 2/24 S 68/91
Weiterentwicklung BGH 7. Zivilsenat, 9. Juli 1992, Az: VII ZR 7/92
So auch OLG Düsseldorf 18. Zivilsenat, 4. Juli 1991, Az: 18 U 22/91
Vergleiche KG Berlin 16. Zivilsenat, 14. März 1991, Az: 16 U 5725/90
Vergleiche OLG München 25. Zivilsenat, 8. Januar 1991, Az: 25 U 2694/90
Vergleiche OLG Frankfurt 23. Zivilsenat, 6. Juni 1990, Az: 23 U 111/89
Vergleiche LG Saarbrücken 2. Zivilkammer, 8. September 1988, Az: 2 S 82/87
So auch Oberster Gerichtshof Wien, 10. November 1987, Az: 2 Ob 701/86
Vergleiche LG Frankfurt 24. Zivilkammer, 12. Januar 1987, Az: 2/24 S 173/85
Vergleiche OLG München 21. Zivilsenat, 7. November 1986, Az: 21 U 4765/84
Anschluß OLG Düsseldorf 18. Zivilsenat, 13. Februar 1986, Az: 18 U 198/85
Literaturnachweise
Andrea-Barbara Walker, JA 1985, 352-354 (Entscheidungsbesprechung)
Volker Emmerich, JuS 1985, 729-730 (Entscheidungsbesprechung)
Uwe Blaurock, JZ 1985, 847-848 (Anmerkung)
Arndt Teichmann, JZ 1993, 823 (Entscheidungsbesprechung)
Ronald Schmid, RRa 1995, 66-67 (Anmerkung)
Achim Prior, ZMR 1990, 379-380 (Anmerkung)
Kommentare
Püschner in: Reiß/Kraeusel/Langer UStG Kommentar, § 25 UStG Besteuerung von
Reiseleistungen; B. Begriff der Reiseleistung und Ortsbestimmung (Abs. 1); II. Begriff der Reiseleistung (Abs. 1 Sätze 1 bis 3)
Niehuus in: AnwaltFormulare Dt. AnwV, Reiserecht
Keller in: jurisPK-BGB, 3. Aufl. 2006, § 651a BGB
Keller in: jurisPK-BGB, 3. Aufl. 2006, § 651c BGB
Gehrlein in: jurisPK-BGB, 3. Aufl. 2006, § 164 BGB
Diese Entscheidung zitiert
Rechtsprechung
Aufrechterhaltung BGH 7. Zivilsenat, 12. Mai 1980, Az: VII ZR 158/79
Ergänzung BGH 7. Zivilsenat, 18. Oktober 1973, Az: VII ZR 247/72
Pauschalreisevertrag: Beeinträchtigung durch Verkehrssicherungspflichtverletzung des Reiseveranstalters als Reisemangel; Hinweis auf die Ausschlussfrist für die Anspruchsanmeldung durch Verweis auf Prospektangaben; entschuldigte Versäumung der Ausschlussfrist mangels Hinweises des Veranstalters sowie bei nicht vorhersehbaren gesundheitlichen Spätschäden; Pflicht zur unverzüglichen Nachholung der Anspruchsanmeldung nach Kenntniserlangung von Ansprüchen
| Thema: | Pauschalreisevertrag: Beeinträchtigung durch Verkehrssicherungspflichtverletzung des Reiseveranstalters als Reisemangel; Hinweis auf die Ausschlussfrist für die Anspruchsanmeldung durch Verweis auf Prospektangaben; entschuldigte Versäumung der Ausschlussfrist mangels Hinweises des Veranstalters sowie bei nicht vorhersehbaren gesundheitlichen Spätschäden; Pflicht zur unverzüglichen Nachholung der Anspruchsanmeldung nach Kenntniserlangung von Ansprüchen |
|---|---|
| Gericht: | BGH 10. Zivilsenat |
| Entscheidungsdatum: | 12.06.2007 |
| Aktenzeichen: | X ZR 87/06 |
| Dokumenttyp: | Urteil |
| Quelle: | Juris |
| Normen: | § 276 BGB, § 278 BGB, § 651c BGB, § 651f BGB, § 651g Abs 1 BGB, § 823 Abs 1 BGB, § 6 Abs 2 Nr 8 BGBInfoV, § 6 Abs 4 S 1 BGBInfoV |
Leitsatz
1. Die Beeinträchtigung, die ein Reisender durch eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Reiseveranstalters erleidet, kann einen Reisemangel darstellen (Rn.20).
2. Eine § 6 Abs. 4 Satz 1 BGB-InfoV genügende Verweisung des Reiseveranstalters auf Prospektangaben über die Ausschlussfrist des § 651g Abs. 1 BGB muss zumindest einen Hinweis auf die Existenz von Ausschlussfristen und auf deren Fundstelle im Prospekt enthalten (Rn.28).
3. Der Ersatz von Angaben über die Ausschlussfrist des § 651g Abs. 1 BGB in der Reisebestätigung durch Verweisung auf den Prospekt setzt zumindest bei einer Buchung im Reisebüro voraus, dass der Reiseveranstalter dem Reisenden den Prospekt ausgehändigt hat (Rn.29).
4. Wenn der Reiseveranstalter seine Pflicht zum Hinweis auf die Ausschlussfrist des § 651g Abs. 1 BGB nicht erfüllt hat, besteht eine widerlegliche Vermutung dafür, dass die Fristversäumung des Reisenden entschuldigt ist (Rn.37).
4. Die Versäumung der Ausschlussfrist des § 651g Abs. 1 BGB ist entschuldigt, soweit der Reisende gesundheitliche Spätschäden geltend macht, die für ihn persönlich bis zum Fristablauf nicht vorhersehbar waren (Rn.40).
5. Ein Reisender, der die Ausschlussfrist des § 651g Abs. 1 BGB mangels Kenntnis seiner Ansprüche unverschuldet versäumt hat, braucht nach Kenntniserlangung die Anspruchsanmeldung nur dann unverzüglich nachzuholen, wenn der Reiseveranstalter ihn bei Vertragsschluss auf die Ausschlussfrist hingewiesen oder wenn er sie anderweitig in Erfahrung gebracht hatte (Fortführung von BGH, Urt. v. 22. Juni 2004, X ZR 171/03). Dafür trägt der Reiseveranstalter die Darlegungs- und Beweislast (Rn.38).
Fundstellen
NSW BGB § 651c (BGH-intern)
NSW BGB § 651f (BGH-intern)
NSW BGB § 651g (BGH-intern)
NSW BGB-InfoV § 6 (BGH-intern)
NJW 2007, 2549-2554 (Leitsatz und Gründe)
TranspR 2007, 377-382 (Leitsatz und Gründe)
BGHReport 2007, 1161-1164 (Leitsatz und Gründe)
RRa 2007, 215-221 (Leitsatz und Gründe)
ZfSch 2008, 76-79 (Leitsatz und Gründe)
weitere Fundstellen
ZGS 2007, 287 (red. Leitsatz)
EBE/BGH 2007, BGH-Ls 695/07 (Leitsatz)
StBT 2007, Nr 9, 2-3 (Kurzwiedergabe)
Prozessrecht aktiv 2007, 162 (Leitsatz)
MDR 2007, 1410 (Leitsatz)
Verfahrensgang
vorgehend OLG Celle, 20. Juli 2006, Az: 11 U 255/05, Urteil
vorgehend LG Hannover, 20. September 2005, Az: 18 O 231/05, Urteil
Diese Entscheidung wird zitiert
Literaturnachweise
Ernst Führich, LMK 2007, 243215 (Anmerkung)
Klaus Tonner, NJW 2007, 2738-2741 (Aufsatz)
Ansgar Staudinger, RRa 2007, 245-256 (Entscheidungsbesprechung)
Heinz Diehl, ZfSch 2008, 79-80 (Anmerkung)
Zeitschriften
Ansgar Staudinger, RRa 2007, 245-256 (Entscheidungsbesprechung)
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Rechtsprechung
Fortführung BGH 10. Zivilsenat, 22. Juni 2004, Az: X ZR 171/03
Zur Haftung eines Reiseveranstalters bei einem Unfall während einer Ausflugsfahrt
| Thema: | Zur Haftung eines Reiseveranstalters bei einem Unfall während einer Ausflugsfahrt |
|---|---|
| Gericht: | OLG Frankfurt 23. Zivilsenat |
| Entscheidungsdatum: | 06.06.1990 |
| Aktenzeichen: | 23 U 111/89 |
| Dokumenttyp: | Urteil |
| Quelle: | Juris |
| Normen: | § 823 Abs 1 BGB, § 847 BGB, § 847 BGB, § 631 BGB, § 635 BGB, § 1922 BGB, § 651a BGB |
Orientierungssatz
1. Ein Reiseunternehmen ist nicht nur als Vermittler, sondern als Veranstalter einer Ausflugsfahrt anzusehen, wenn aufgrund der äußeren Umstände, insbesondere Werbung und Auftreten der Eindruck erweckt wird, das Reiseunternehmen führe den Ausflug in eigener Verantwortung durch und werde auch für den Erfolg einstehen (vergleiche BGH, 1985-01-17, VII ZR 163/84, NJW 1985, 906).
2. Zu den dem Reiseveranstalter einer Ausflugsfahrt obliegenden Verkehrssicherungspflichten gehört die sorgfältige Auswahl des Leistungsträgers und dessen regelmäßige Überwachung (vergleiche BGH, 1988-02-25, VII ZR 348/86, NJW 1988, 1380).
Verfahrensgang
vorgehend LG Frankfurt, 21. September 1988, Az: 2/12 O 310/81
Diese Entscheidung zitiert
Rechtsprechung
Vergleiche BGH 7. Zivilsenat, 25. Februar 1988, Az: VII ZR 348/86
Vergleiche BGH 7. Zivilsenat, 17. Januar 1985, Az: VII ZR 163/84